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Die Sonnenzeit

Abb 1: Schrägstellung der Erdachse
Abb 1: Schrägstellung der Erdachse

Die Erde ist eine Kugel, daher geht an verschiedenen Orten die Sonne zu verschiedenen Zeiten auf und unter. Pro Längengrad weiter westlich bedeutet das, dass die Sonne vier Minuten später auf und unter geht. Aus diesem Grund ist Einteilung der Zeit in Zeitzonen eigentlich nur der Kompromiss zwischen der wahren geographisch-astronomischen Ortszeit und der Tatsache, dass es in unserem Alltag sehr praktisch ist, dass unsere Uhren für Terminabsprachen an verschiedenen Orten die gleiche Zeit anzeigen sollen. Um keine zu große Differenz zwischen der tatsächlichen Ortszeit (Sonnenzeit) und der amtlich verwendeten Zeit zu bewirken, werden die Uhren beim Überschreiten einer Zeitzone meistens um nicht mehr als eine Stunde vor oder zurück gestellt. Innerhalb einer geographischen Zeitzone stellt die Sonnenzeit am mittleren Längengrad den Standard für die Uhren in der gesamten Zeitzone dar. Daraus ergibt sich für den westlichen und östlichen Rand der Zone eine zeitliche Differenz von einer halben Stunde zur tatsächlichen geographisch-astronomischen Zeit an diesem Ort. Politische Grenzen führen dazu, dass sogar noch größere Differenzen an bestimmten Orten zwischen der amtlichen und der geographisch-astronomischen Ortszeit (Sonnenzeit) bestehen. Grundsätzlich ist die Sonnenzeit ausschließlich am Verlauf der Sonne orientiert, sie erreicht als um 12:00 Uhr ihren höchsten Stand (Mittag).

Abb2: Sonnenhöchststand um 12:00 Uhr
Abb2: Sonnenhöchststand um 12:00 Uhr
Abb 3: Sonnenaufgang (23. Sep.)
Abb 3: Sonnenaufgang (23. Sep.)

Bei genauerer Betrachtung bewirken die elliptische Bahn der Erde um die Sonne und die gekippte Erdachse sogar, dass die Sonnenzeit nicht immer ganz gleichmäßig vergeht, diese Korrekturen sollen an dieser Stelle aber für die weiteren Überlegungen vernachlässigt werden. Die Sonnenzeit stellt die optimale Uhrzeit für unseren Körper dar, da sich die Lebewesen auf der Erde im Verlauf der Evolution immer am Verlauf der Sonne orientiert haben.

Bildquelle (Vorlage): By Ssolbergj [GFDL, CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons | Nachbearbeitung: Rueff

 Erst mit der Einführung der mechanischen Uhren wurde die Sonnenzeit nicht mehr als Taktgeber für unseren Alltag verwendet. Zunächst orientierte man sich bei der Festlegung automatisch daran, dass die amtliche Zeit zumindest weitestgehend mit der Sonnenzeit übereinstimmt. Politische Rahmenbedingungen führten dann aber mit der Zeit dazu, dass in manchen Regionen eine Synchronisation der Uhren aus logistischen Gründen durchgeführt wurde. Dadurch schlichen sich größere Differenzen zwischen der tatsächlichen geographisch-astronomischen Ortszeit und der amtlichen Zeit in den Alltag der Menschen ein. Für Europa war hier die Gleichschaltung von Spanien und Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg von entscheidender Bedeutung. Für Spanien bedeutete das, dass die Uhren dort um mehr als eine volle Stunde von der jeweiligen wahren Ortszeit abwichen. Durch die Einführung der „Sommerzeit“ 1980 wurde dann sogar bewirkt, dass vom bis dahin maßgeblichen Längengrad (15° östliche Länge – mitteleuropäische Normalzeit (MEZ), Ortszeit Görlitz) für jeweils 7 Monate im Jahr auf 30° östliche Länge (Ortszeit Kiew, osteuropäische Normalzeit, OEZ) umgestellt wurde. Für weite Teile Europas besteht während der Sommermonate also eine erhebliche Differenz zwischen der amtlichen Zeit und der tatsächlichen geographisch-astronomischen Ortszeit.

 

Die folgenden Karten zeigen die geographisch-astronomische Ortszeit (bezogen auf UTC [Nullmeridian] und den jeweiligen Ortslängengrad) an verschiedenen Orten. Im Vergleich dazu ist die amtliche mitteleuropäische Zeit (UTC+1 = MEZ) und die osteuropäische Zeit (UTC+2 = OEZ) mit angegeben.

Abb 4: Europa
Abb 4: Europa

Bildquelle (Vorlage): By Ssolbergj [GFDL, CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons | Nachbearbeitung: Rueff

Aktuelle westeuropäische Zeit (WEZ):
Aktuelle mitteleuropäische Zeit (MEZ):
Aktuelle osteuropäische Zeit (OEZ):

Tatsächliche aktuelle Ortszeiten:
Lissabon:
Vigo:
Madrid:
Dublin:
Paris:
London:
Oslo:
Frankfurt:
Rom:
Kiew:
St. Petersburg:
Moskau:
Ankara:

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Abb 5: Deutschland (Bildquelle: Pixabay, Nachbearbeitung: Rueff)
Abb 5: Deutschland (Bildquelle: Pixabay, Nachbearbeitung: Rueff)
Tatsächliche aktuelle Ortszeiten:
Aachen:
Saarbrücken:
Kaiserslautern:
Mannheim:
Hannover:
Hamburg:
Nürnberg:
München:
Leipzig:
Berlin:
Görlitz:


Aktuelle mitteleuropäische Zeit (MEZ):
Aktuelle osteuropäische Zeit (OEZ):

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Im Vergleich zur hier angegebenen tatsächlichen geographisch-astronomischen Ortszeit zeigt sich der enorme Unterschied zur osteuropäischen Zeit (OEZ). Diese osteuropäische Zeit gilt während der sieben Sommermonaten im Jahr als amtliche Zeit ("Sommerzeit") in großen Teilen der EU. In den westdeutschen Städten liegen die Differenzen zwischen der tatsächlichen Ortszeit und der Amtszeit bereits im Bereich von etwa 1,5 Stunden. Noch extremere Differenzen ergeben sich für die Regionen im Westen von Europa (Frankreich, Spanien). In der spanische Stadt Vigo beträgt die Differenz sogar 2:35 Stunden!

 

Die sog. "Sommerzeit" entspricht der osteuropäischen Zeit (OEZ). Daraus wird deutlich, dass die osteuropäische Zeit denkbar ungeeignet ist, um dauerhaft in ganz Europa als amtliche Zeit zu gelten. Mögen diese geographisch-astronomischen Grundlagen möglichst viele Menschen erreichen und dafür sorgen, dass die Politiker die richtige Entscheidung für die Zukunft der Menschen in Europa treffen.

 

(Weitere Einzelheiten zur Sonnenzeit gibt es hier:https://www.timeanddate.de/zeitzonen/sonnenzeit )